Vita

Erste Schritte
Geboren 1967 in einem Arbeiterhaushalt in Mannheim und dort auch aufgewachsen. Realschule, mittlere Reife 1983, dann Konditorlehre.
Die Eltern waren einfache Arbeiter. Zu Hause gab es nicht viel kulturelle Anregung. Dennoch hatte sich schon früh eine ausgesprochene Lust am Lesen entwickelt. Nicht ganz einfach zu befriedigen, aber Mannheim hat zum Glück einige Bibliotheken. Dieses Angebot wurde intensiv genutzt. Das hielt vor. Lesen gehört immer noch zu meinen liebsten Beschäftigungen.
Zum Lesen gesellte sich noch ein Bedürfnis. Es ging stets auch darum, etwas mit den Händen zu gestalten. Aus Mangel an anderen Materialien habe ich immer gezeichnet. In der Konditorlehre ließ sich das anwenden, denn eine Tortenoberfläche soll vorgezeichnet werden. Außerdem kam ich dort mit dem Modellieren in Berührung. Marzipan zum Beispiel. Es wird zu Figuren modelliert oder auch zu möglichst filigranen Blüten zusammengesetzt.
In diese Richtung wollte ich weitergehen. Nach der Lehre bot sich eine weiterführende private Schule an, in der die optisch schönen Konditorenkünste vermittelt werden sollten. Aber die Schule war überlastet, zwei Jahre hätte man auf einen Platz warten müssen.
So kam alles ganz anders. Ich entschied mich für die allgemeine Weiterbildung und machte auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur nach. Das führte nach Speyer, jener Stadt, die ich in Folge zusammen mit der Pfalz kennen und lieben lernen sollte.

Studium
Aber erst einmal ging es in Mannheim weiter. Ein Grafik-Design-Studium schloss sich dort an. Es brachte den Wissbegierigen mit den verschiedensten Techniken in Berührung. Zeichnen zum Beispiel, Malen, Kalligrafie, Fotografieren, Typografie. Privat kamen noch Malversuche mit Aquarell- und Acrylfarben hinzu. Entscheidend aber sollte das Aktzeichen werden. Es hat mich aber während des gesamten Studiums begleitet und besonders angesprochen.

Suche
Nach dem Studium zog ich wieder nach Speyer und versuchte mich mit verschiedenen Dingen, denn grafisches Arbeiten alleine genügt mir nicht, meine Hände wollen im Raum arbeiten. So folgten Ausflüge in die Metallbearbeitung, Grobschmieden zuerst, dann Silberschmieden. Letztlich aber wurde deutlich, Metall ist nicht mein Material.
Dann kam der Ton. Ein Freund, Udo Neikes in Stemwede, lehrte mich dieses Material zu schätzen. Ein Durchbruch. Schnelle erste Erfolge machten, dass ich mich anschließend in Speyer immer intensiver mit dieser Möglichkeit die Welt zu gestalten, befasste. Privat zunächst, aber auch bei Fritz Simon aus Speyer. Es war damals mein großes und einziges Hobby.
Mit Hobby war es aber nicht getan. Hobby alleine ist zu wenig. So kam die Zeit, da ich es mit all den kunst- und kulturfernen Bekannten und Freunden nicht mehr aushielt. Es zog mich ins Ruhrgebiet. Dort musste ich erst einmal alles hinter mir lassen. Keine Grafik, kein Ton mehr, hier wurde anderes wichtig. Singen, Tanzen und Schauspielern wurde gelernt und keiner redete mir drein, denn keiner kannte mich, keiner „wusste, was richtig für mich ist“.
Diese Selbstfindung war wichtig. Sie tat gut und führte voran. Aber dann begann ich doch die Pfalz zu vermissen. Und es zog mich zu den Wurzeln zurück.

Keramik
Es sollte Ernst werden mit der Keramik. Dies begann mit einem Praktikum bei Young Jae Lee in Essen in der Keramischen Werkstatt Margretenhöhe. Ein gutes Dreivierteljahr intensiver Arbeit, bei der ich viel gelernt habe.
2002 dann, im Ruhrgebiet, das erste Atelier. 2003 der endgültige Schritt in die Professionalität, Beitritt zum Berufsverband Bildender Künstler BBK in Nordrhein-Westfalen.
Jetzt fehlte nur noch die Pfälzer Landschaft mit ihrem unvergleichlichen Licht. So wurde bald wieder ein Umzug fällig. Seit 2004 lebe und arbeite ich nun in Römerberg und bin konsequenterweise dann auch in den BBK RLP gewechselt.

Ausblick
Künstlerische Weiterbildung bleibt bei alledem wichtig, ein- oder zweimal im Jahr. Man muss immer über den Tellerrand schauen. 2006 beispielsweise habe ich mich im Schweißen geübt und auch ein paar Baumstämme mit der Kettensäge gestaltet.
Kein Verzetteln, Mittelpunkt der Arbeit bleibt die Keramik. Die neuen, andersartigen Eindrücke fließen in den künstlerischen Schaffensprozess mit ein. Das Alte festigt sich. Neues bereitet sich vor.

Meine Keramik
Raku: Zur Faszination, die der Prozess des Brandes selbst birgt, kommt das Unvorhergesehene. Man kann das Ergebnis nicht genau vorausplanen. Die Unregelmäßigkeiten durch Schwärzung und Craquelébildung verleihen den Objekten ein Eigenleben. Eben darauf kommt es mir an.

Steinzeug mit Oxyden: Diese Arbeiten entstehen mit einem sehr groben ausländischen Ton. Dessen Farbe und die raue Oberfläche lassen ihn anmuten wie Sandstein. Es lässt die Stücke urtümlicher wirken. Und die Oxyde hauchen ihnen weiteres Leben ein.

Keramik und Glas: Die Kombination von Materialien ist immer besonders interessant. Gerade bei diesen beiden. Sind sie doch so unterschiedlich und andererseits so ähnlich. Das Glas bringt eine Leichtigkeit ins Spiel, die der Schwere der Keramik entgegensteht. Seine Transparenz durchbricht die Undurchdringlichkeit des gebrannten Tons und schafft neue Farbräume. Zusammen mit Licht können solche Objekte recht stimmungsverändernd wirken.
Ich mag sparsame Lichtquellen im Dunkeln. So sind auch meine Keramik-Glas-Objekte oft atmosphärische Lichter.

Meine Formen
Geometrische Körper: Dicht und schwer sollen sie wirken, die Kegel und doppelwandigen Formen. Das macht sie wuchtig, erdig. Fast, als wären sie aus Stein. Das Geometrische kommt dabei nicht von Ungefähr. Es ist der Wunsch nach Genauigkeit. Bei alledem aber nicht zu starr. Der Rakuprozess schwächt die Exaktheit wieder ab. Die Geometrie erwacht zum Leben.

Torsi: Das Gegenstück zur Geometrie. Der menschliche Körper mit seinen Muskeln und seiner Beweglichkeit ist ein faszinierendes Wunderwerk. Er soll das Auge erfreuen. Daher sind meine Torsi fast immer wohlgeformte Körper. Auch hier schaffen Rakubrand oder grober Ton zusätzliche lebendige Gestalt.

Kurz-Vita

Keramik

Formen

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